Was ist ein Botnet? Die 6 schlimmsten Beispiele aller Zeiten

Von Tibor Moes / Aktualisiert: Januar 2024

Was ist ein Botnetz? Die 10 schlimmsten Beispiele (2023)

Was ist ein Botnet?

Stellen Sie sich vor, Sie könnten Tausende von Computern in Ihre persönlichen Marionetten verwandeln, die Ihre Befehle ausführen, ohne dass ihre Besitzer es je erfahren. Das ist die unheimliche Realität eines Botnets, eines geisterhaften Netzwerks versklavter Computer.

Seien Sie gespannt, wenn wir die dunkelsten Tiefen der digitalen Unterwelt erkunden und die berüchtigtsten Botnets der Geschichte enthüllen.

Was ist ein Botnet? Ein Botnet ist eine Gruppe von Computern, die von einem Hacker ferngesteuert werden, der ihre gemeinsamen Ressourcen nutzt, um Angriffe auf Websites, Computernetzwerke und Internetdienste durchzuführen. Wenn Ihr Computer mit Malware infiziert ist, ist er möglicherweise Teil eines Botnets.

  • Storm Botnet (2007): Dieses Botnet war für seine massiven E-Mail-Kampagnen bekannt. An einem Tag im Jahr 2007 verschickte es die Rekordzahl von 57 Millionen E-Mails.
  • Conficker (2008): Conficker war ein Botnet, das Sicherheitslücken in Windows ausnutzte und potenziell bis zu 10 Millionen Computer kontrollieren konnte.
  • Zeus (2009): Zeus war auf Finanzdiebstahl spezialisiert und kompromittierte über 74.000 FTP-Konten auf verschiedenen hochrangigen Websites.
  • Cutwail (2009): Cutwail war eines der größten Spamming-Botnets und nutzte bis zu 2 Millionen Computer, um 74 Milliarden Spam-Nachrichten pro Tag zu versenden.
  • Miraibotnet (2016): Dieses Botnet, das auf IoT-Geräte abzielte, sammelte rund 500.000 kompromittierte Geräte an, um DDoS-Angriffe zu starten.
  • Emotet (2014-2020): Emotet begann als Banking-Trojaner und entwickelte sich zu einer kostspieligen Malware. Die Beseitigung von Vorfällen kostete jeweils bis zu 1 Million Dollar.

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Botnet: Beispiele

1. Storm Botnet (2007)

Im Jahr 2007 wurde die digitale Welt mit dem Storm Botnet Zeuge einer atemberaubenden Demonstration der zerstörerischen Kraft von Botnets. An einem besonders berüchtigten Tag führte dieses Cyber-Ungetüm eine E-Mail-Blitzaktion durch, die ihresgleichen sucht. Innerhalb von nur 24 Stunden verschickte es rekordverdächtige 57 Millionen E-Mails.

Diese Zahl, die von Fast Company hervorgehoben wurde, unterstreicht das immense Ausmaß und die Effizienz des Botnets. Das Storm Botnet, benannt nach den sturmbezogenen Betreffzeilen in seinen E-Mails, nutzte diese Nachrichten, um Malware zu verbreiten und sein Netzwerk infizierter Computer zu erweitern.

Diese massive E-Mail-Welle hat nicht nur die enorme Reichweite des Botnets demonstriert, sondern auch eine düstere Realität des Internetzeitalters aufgezeigt: wie schnell und heimlich sich bösartige Software verbreiten kann und gewöhnliche Computer zu unwissenden Komplizen bei weit verbreiteten Cyberangriffen macht.

2. Conficker (2008)

Im folgenden Jahr, 2008, tauchte eine weitere gewaltige Cyber-Bedrohung auf: das Conficker-Botnet. Nach Angaben von F-Secure, einem Cybersicherheitsunternehmen, hat Conficker möglicherweise eine Zombie-Armee aus neun bis zehn Millionen infizierten Computern angehäuft. Diese schwindelerregende Zahl verdeutlicht das schiere Ausmaß der Infiltration durch das Botnet.

Conficker, auch bekannt als Downup, Downadup und Kido, nutzte Schwachstellen in Microsoft Windows aus, um Computer zu infizieren und sie zu einem riesigen, verdeckten Netzwerk zu verbinden. Die Fähigkeit des Botnets, Millionen von Computern weltweit zu kapern, stellte nicht nur eine erhebliche Bedrohung für die individuelle und organisatorische Cybersicherheit dar, sondern signalisierte auch eine besorgniserregende Entwicklung in der Raffinesse und dem Umfang der Aktivitäten von Cyberkriminellen.

Das Ausmaß der Reichweite von Conficker, das alltägliche Geräte lautlos in Komponenten eines riesigen, kontrollierten Netzwerks verwandelte, war ein Weckruf für die Schwachstellen unserer vernetzten digitalen Welt.

3. Zeus (2009)

Im Jahr 2009 wurde die Cyberwelt von der Entdeckung von Zeus erschüttert, einem Botnet, das sich als weitaus heimtückischer erwies, als man es sich vorgestellt hatte. Nach Angaben von The Tech Herald ergab eine Untersuchung im Juni 2009, dass Zeus über 74.000 FTP-Konten kompromittiert hatte.

Dabei handelte es sich nicht nur um eine zufällige Auswahl von Websites; die Liste enthielt hochkarätige Namen wie die Bank of America, NASA, Monster.com, ABC, Oracle, Play.com, Cisco, Amazon und BusinessWeek. Diese verblüffende Enthüllung wirft ein Licht auf die ausgefeilten Fähigkeiten des Botnets bei der Infiltration und Extraktion sensibler Informationen von einer Vielzahl von Opfern.

Zeus, das in erster Linie für seine Angriffe auf Online-Banking-Systeme bekannt ist, hat eine erschreckende Geschicklichkeit bei der Umgehung von Sicherheitsvorkehrungen bewiesen, was zu erheblichen Finanz- und Datenverletzungen führte.

Die Aufdeckung der enormen Reichweite war eine düstere Erinnerung an die eskalierenden Bedrohungen in der digitalen Welt, in der selbst die sichersten Websites Opfer von sorgfältig orchestrierten Cyberangriffen werden können.

4. Cutwail (2009)

In der Zwischenzeit erlebte das Jahr 2009 auch den berüchtigten Aufstieg von Cutwail, einer anderen Art von Botnet, das für seine kolossalen Spamming-Fähigkeiten bekannt ist. Untersuchungen der University of California, Santa Barbara, und Daten des Sicherheitsanbieters MessageLabs zeichneten ein erschütterndes Bild der Operationen von Cutwail.

Das Botnet, das schätzungsweise 1,5 bis 2 Millionen einzelne Computer umfasste, hatte die Kapazität, täglich atemberaubende 74 Milliarden Spam-Nachrichten zu versenden. Zum Vergleich: Das sind etwa 51 Millionen Spam-E-Mails pro Minute, die 46,5 % des damaligen weltweiten Spam-Aufkommens ausmachen. Cutwails Spamming-Raserei verstopfte nicht nur die Posteingänge auf der ganzen Welt, sondern diente auch als Vehikel für die Verbreitung von Malware und Phishing-Kampagnen.

Die schiere Größe des Botnets und seine hohe Ausbringungsrate unterstreichen ein bedeutendes Problem in der Cyberwelt: die Leichtigkeit, mit der böswillige Akteure riesige Netzwerke von ahnungslosen Computern nutzen können, um digitales Chaos und Störungen in einem noch nie dagewesenen Ausmaß zu verbreiten.

5. Miraibotnet (2016)

Im Jahr 2016 wurde die Welt der Cybersicherheit mit dem Auftauchen von Miraibotnet mit einer neuen Art von Bedrohung konfrontiert. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern zielte Miraibotnet speziell auf Geräte des Internets der Dinge (IoT) ab. Nach Angaben von Netscout umfasste das ursprüngliche Mirai-Botnet-Netzwerk rund 500.000 kompromittierte IoT-Geräte weltweit.

Dies war eine bahnbrechende und beunruhigende Entwicklung. Die Strategie von Mirai bestand darin, Geräte wie Digitalkameras und DVR-Player zu infizieren und sie in eine gewaltige Armee von Bots zu verwandeln. Dieses Botnet nutzte Schwachstellen in IoT-Geräten aus, die in Bezug auf die Sicherheit oft übersehen wurden, und zeigte damit eine beängstigende neue Dimension von Cyber-Bedrohungen auf.

Das Ausmaß dieses Netzwerks bedeutete eine seismische Verschiebung in der Landschaft der Cyberangriffe und verdeutlichte die wachsende Verwundbarkeit der zunehmend vernetzten digitalen Welt, in der selbst scheinbar harmlose Geräte als Waffe eingesetzt werden können, um massive Distributed Denial of Service (DDoS)-Angriffe zu starten.

6. Emotet (2014-2020)

Emotet, das von 2014 bis 2020 aktiv war, stellt ein weiteres dunkles Kapitel in den Annalen der Cyberkriminalität dar. Wie Heimdalsecurity berichtet, erwiesen sich Emotet-Infektionen nicht nur als störend, sondern auch als schwindelerregend teuer. Die Kosten für die Regierungen von Bundesstaaten, Kommunen, Stämmen und Territorien (SLTT) beliefen sich auf bis zu 1 Million Dollar pro Vorfall für die Behebung.

Diese finanzielle Belastung unterstreicht die verheerenden Auswirkungen des Botnets, das sich von einem einfachen Banking-Trojaner zu einem hochentwickelten Malware-Lieferdienst entwickelt hat. Der Modus Operandi von Emotet bestand darin, sich über Phishing-E-Mails zu verbreiten und dann andere Arten von Malware zu installieren, was zu umfangreichen Datenverletzungen, finanziellen Verlusten und erheblichen Unterbrechungen von Diensten führte.

Die Kosten im Zusammenhang mit Emotet-Vorfällen spiegeln die umfangreichen Ressourcen wider, die für die Bewältigung der Folgen der Angriffe erforderlich sind, von der Wiederherstellung der Systeme über Sicherheitsverbesserungen bis hin zur Schadensbegrenzung.

Die Hinterlassenschaft von Emotet ist eine ernüchternde Erinnerung an die wirtschaftlichen und betrieblichen Verwüstungen, die ausgeklügelte Malware dem öffentlichen und privaten Sektor gleichermaßen zufügen kann.

Fazit

Die Geschichte der Botnets, wie z.B. das Storm Botnet, Conficker, Zeus, Cutwail, Miraibotnet und Emotet, veranschaulicht anschaulich die sich entwickelnde und anhaltende Bedrohung, die diese Netzwerke für die digitale Sicherheit darstellen.

Vom Versenden von Milliarden von Spam-E-Mails über den Diebstahl sensibler Finanzdaten bis hin zur Übernahme von IoT-Geräten für massive DDoS-Angriffe – Botnets haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, weitreichende Störungen und erhebliche finanzielle Schäden zu verursachen. Diese Beispiele unterstreichen, wie wichtig ständige Wachsamkeit und robuste Sicherheitsmaßnahmen angesichts der immer weiter fortschreitenden Cyber-Bedrohungen sind.

Angesichts dieser Bedrohungen, insbesondere für Benutzer von Windows 11, war die Investition in zuverlässige Antiviren-Software noch nie so wichtig wie heute. Marken wie Norton, Avast, TotalAV, Bitdefender, McAfee, Panda und Avira bieten fortschrittlichen Schutz vor einer Vielzahl von Cyber-Bedrohungen, einschließlich derer, die von Botnets ausgehen.

Diese Antivirenlösungen bieten Verteidigungsmechanismen in Echtzeit, regelmäßige Updates, um die neueste Malware zu bekämpfen, und umfassende Systemscans, um Bedrohungen zu erkennen und zu neutralisieren. Wenn Sie sich für ein seriöses Antivirenprodukt entscheiden, können Einzelpersonen und Unternehmen ihren Schutz vor den ausgeklügelten und vielfältigen Bedrohungen durch moderne Botnets erheblich verbessern.

Quellen

  1. Fastcompany.de
  2. Archiv.f-secure.com
  3. thetechherald.com
  4. web.archive.org
  5. Netscout.de
  6. Heimdalsecurity.com

 

Autor: Tibor Moes

Autor: Tibor Moes

Gründer & Chefredakteur bei SoftwareLab

Tibor hat 39 Antivirenprogramme und 30 VPN-Dienste getestet und besitzt ein Cybersecurity Graduate Certificate der Stanford University.

Er verwendet Norton zum Schutz seiner Geräte, CyberGhost für seine Privatsphäre und Dashlane für seine Passwörter.

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